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etwa 1600-1700
Aus Italien und Frankreich kommt das durch den Adel geprägte
Barock mit seiner Prachtentfaltung.
In Deutschland und Flandern ensteht ein üppiger Formenreichtum, der
besonders auch in den ländlichen Gemeinden angenommen und weiterentwickelt
wird.
Baustil:
Prunkhafte Bauwerke. Die aus der Renaissance übernommenen klaren Linien
und antiken Stilelemente werden überspielt durch schwellende und geschwungene
Formen.
Barock portugies. barocco bedeutet "unregelmäßige Perle, absonderlich".
Handwerk:
Im Barok entwickeln sich die Städte und Residenzen zu Zentren der Möbelkunst.
Der Kunstmöbeltischler heißt Ebenist
und arbeitet oft zusammen mit dem Bildhauer, Goldschmied, Bronzegießer
und Tapezierer.
Kontruktion, Materialien,
Ornamente:
Die Möbel bleiben wuchtig und schwer, aber die strengen Linien werden
durch bewegende Formen, durch Licht und Schatten aufgelöst:
- Möbelbeine geschweift, Säulen
korkenzieherartig gedreht,
- Schränke mit Kugelfüßen und weit ausladenden Gesimsen,
- reiche Profile, geschwungene und gekröpft,
- Flächen gewölbt, mit "Kissen" versehen oder mit
Schnitzwerk Knorpelwerk, Ohrmuschelform) überzogen.
Im Barock bleiben die Möbel schwer, die geraden Linien werden durch geschwungene und gewölbte Formen überspielt (siehe Bild 1)
Oberflächen:
- Dunkel gemaserte Nussbaumfurniere mit Hochglanzpolitur,
-wertvolle Marketerien und Intarsien un Boulletechnik (Boulle franz.
Kunsttischler), d.h. Einlegearbeiten in Ebenholz aus Schildlatt, Elfenbein
und Metalleinlagen wie Silber oder Kupfer, oder
- ostasiatisch bemalt und lackiert.
Möbelformen:
- Truhe nur noch in der bäuerlichen Kultur bis ins 19.
Jh., wird abgelöst durch
- Kommoden und den
- Kleiderschrank mit hohem Teil, in dem die wertvolle aufgehängt
wird, und dem Sockel mit Schubladen für Wäsche. Diesen Schrank
es als Fassadenschrank mit zwei hohen Türen, aber noch zweigeschossig
gegliedert uns als Norddeutscher Dielenschrank (Hamburger Schapp): Repräsentationsmöbel
des Bürgers, weit ausladendes Kranzgesims mit vorgekröpftem
Mittelfeld, zweitürig. Türfüllungen spitzoval gewölbt
mit riechen gekröpften Profilierungen. Sockelschubladen, Kugelfüße.
- Kabinettschrank als höfisches Repräsentationsmöbel,
- Tische: Schreibtisch, Spieltisch, Leuchtertisch,
- Stühle und Sessel werden gepolstert,
- Paradebett als Mittelpunkt höfischen Zeremoniells.
Letztes Update dieser Seite
15.09.2010 10:27