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etwa 1750-1850
Dem übersteigerten Rokoko folgt die Epoche der Aufklärung, eine
Rückbesinnung auf klassiche Klarheit.
Hinweis: Einfach auf einen der Links klicken, um direkt zum genannten Bereich
zu springen.
| Frankreich | Deutschland | |
| Louis-seize
Vorstufe zum Klassizismus 1774-1792 Ludwig XVI |
Louis-seize
höfisch |
Zopfstil bürgerlich 1760-1790 |
| Directoire 1795-1799 Direktorium |
||
| Empire 1799-1815 Napoleon |
Empire höfisch |
Biedermeier bürgerlich 1815-1848 |
Bau- und Innenraumstil:
Gemeinsam in den verschiedenen Klassizismusstufen die klare Gliederung
der einzelnen Konstruktionselemente, gerade Linien, Bauglieder nach antikerm
Vorbild (Säulen,Giebel), Unterschiede liegen vor allem in der Ornamentik.
Im Gegensatz zum Rokoko sind - vor
allem beim Sitzmöbel - die einzelnen Konstruktionsglieder wie Beine
und Zargen nicht mehr zu einer Einheit verschmolzen.
- Möbelbeine sind gerade, nach unten verjüngt, mit Kanneluren
(senkrechte Rillen) oder Bronzebeschlägen versehen
- Sitzmöbel erhalten oft ovale Rückenlehnen.
Ornamente:
- Bildhafte Darstellungen und Blumenranken der Marketerien streng
gegliedert,
- sparsame Bronzenbeschläge mit Blumengirlanden, Schleifen und antikisierenden
Elementen.
Kunsttischler:
Viele deutsche Kunsttischler, die sich durch deutsche Zünfte
nicht einengen lassen wollen, arbeiten in Paris so z.B.
- Riesender und Carlin.
Bekannte Kunsttischler in Deutschland sind:
- Johann Christian Fiedler in Berlin, vor allem aber
- David Roentgen, der 1772 die Werkstatt seines Vaters Abraham
Roentgen, Kunsttischler in Neuwied/Rhein, übernimmt und bald
von allen europäischen Höfen Aufträge erhält. Er hat
über 100 Mitarbeiter und stellt, zum Teil in Serienproduktion, eine
große Anzahl qualitätvoller Möbel her. In Zusammenarbeit
mit dem Maler Januarius Zick und dem Mechaniker Peter Kinzig entstehen
Möbel mit großen farbigen Intarsien und technischen Raffinesen
wie Spielautomaten und Geheimfächer.
Zopfstil:
Der bürgerliche Zopfstil, nach der Haartracht oder auch dem zopfähnlichen
Girlandenornament benannt, ist schlichter als das höfische Louis-seize:
- weiß lackierte Möbel mit wenig vergoldetem dekor (Kränze,Girlanden,
hängende Tücher),
- Mahagoniholz in Norddeutschland
Directoire
Entsprechend der politischen
Entwicklung zum demokratischen Ideal der Griechen erscheinen verstärkt
antike Symbole:
- Palmetten, Rosetten, Mäander.
Die Möbel sind streng kubisch geformt und geradlinig, sie wirken
gedrungener,schwerer.
Empire
Unter Napoleon entwickelt sich der prunkhafte Stil des Empire mit
der ganzen antiken Ornamentik aus der ägyptischen, griechischen und
römischen Baukunst:
- Sphinx, Löwe, Palmetten, Lorbeer, Eichenblatt, Vasen, Urnen, Waffen
und Helme,
- Sitz- und Liegemöbel mit nach außen geschwungenen Rückenlehnen,
die oben in Voluten (spiralförmige Einrollungen) enden,
- Hinterbeine der Stühle als "Säbelbeine" gebogen.
Die streng kubischen Möbel werden reich mit Bronzeappliken besetzt und wirken dadurch sehr prächtig, aber kühl.
Biedermeier:
Aus der Ablehnung des napoleonischen Empires ensteht in Deutschland der
Biedermeierstil mit seiner Einfachheit und der Klarheit klassizistischer
Formgebung.
Möbelformen:
Das Bidermeierzimmer dient niht der Repräsentation, sondern deim
familiären Zusammenleben rund um den Tisch mit Stühlen und Sofa.
Zur Ausstattung gehören außerdem:
- Kommode und Spiegel, zusätzlich
- Vitrine, Sekretär, Bücherschrank, Klavier und eine Vielzahl
an Kleinmöbeln
Gliederung, Ornamente, Oberflächen:
Die Möbel werden in den edlen, klaren Proportionen und der Formgebung
des Klassizismus gestaltet:
- Fronten flächig und nur durch einfaches Zurückspringen in
den Bogenformen strukturiert,
- die Maserung der Furniere (Kirsche, Birke, helles Nussbaumholz) als
natürliches Schmuckwerk,
- schwarze Profilstäbe und Adern aus Ebenholz statt teurer Bronze,
- knappe Beschläge,
- wenige klassische Ornamente.
Im Klassizismus zeichnen sich die Möbel durch Geradlinigkeit, klare Gliederung und - im Gegensatz zur Renaissance - sparsame antike Ornamentik aus.
Letztes Update dieser Seite
15.09.2010 10:27