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Als das Schachspiel vor über 1000 Jahren im 6. Jahrhundert n. Chr. in Indien "erfunden" wurde, hieß es noch Tschaturanga. So nannte sich auch die indische Armee. Damals war man beim Schachspiel auch noch kriegerischer eingestellt. Man stellte es sich als eine Schlacht zwischen zwei Parteien vor, die ohne Gnade bis zur völligen Vernichtung des Gegners kämpften. Ziel war die Gefangennahme des feindlichen Königs, d.h. ihn "matt" zu setzen.
Die weitere Entwicklung
Der Begriff "Matt" ist aber erst später aufgekommen, und zwar
in Persien. Dort hieß nämlich "esch-schah mat" "der
König ist tot". Und genau das war ja auch der Sinn einer Partie.
Zuerst spielte man das "königliche" Spiel nur an Höfen,
schon allein wegen der damals noch recht komplizierten Regeln. Erst als im
Laufe der Zeit die ursprünglichen Regeln mehrmals geändert wurden,
gewann das Schachspiel auch für die normale Bevölkerung an Attraktivität.
Dazu trugen auch viele Lehrbücher bei, die vor allem in Spanien und Italien
erschienen.
Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das jetzt auch in Deutschland populäre
Spiel langsam zum Turniersport. Auch heute noch gilt Schach als das einzige
Brettspiel, das dem Sport zugeordnet wird. 1819 wurde schließlich der
erste deutsche Schachverein gegründet. Kurz darauf gab es bereits eine
deutsche Schachzeitung.
In den folgenden Jahren wurden auch internationale Turniere veranstaltet.
Über solche Veranstaltungen wacht der 1924 in Paris gegründete Federation
Internationale des Echecs (FIDE), der in Amsterdam sitzt. In neuerer Zeit
werden auch Turniere zwischen Welt- und Großmeistern und Schachcomputern
ausgetragen. Vor allem IBMs "Deep Blue" hat hier nach dem Sieg über
den Weltmeister Gary Kasparow Aufsehen erregt. Das Silzium-Ungetüm gilt
als derzeit stärkste Schachmaschine. Es kann ca. 200 Mio. Positionen
in einer Sekunde berechnen oder 50 Billionen in den drei Minuten, die in einem
Turnierspiel für einen Zug zur Verfügung stehen. Die einzige Möglichkeit,
einer solchen materiellen Übermacht nicht zu erliegen, besteht in der
Verwendung der "richtigen" Intelligenz des Menschen, die sich im
Gegensatz zu vorgefertigten Algorithmen an jede Stellung anpassen und entsprechend
verhalten kann.
Letztes Update dieser Seite
15.09.2010 10:27